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Zwischen Bitterkeit & Akzeptanz


Über Kontrollverlust, Krankheitsverarbeitung und den Umgang mit dem Umfeld

Schwere Krankheit und Behinderung verändern nicht nur den Körper, sondern auch das Verhältnis eines Menschen zu sich selbst und zu den Menschen, die ihm nahestehen. Dieser Artikel fragt, was geschieht, wenn vertraute Fähigkeiten, Rollen und Sicherheiten wegbrechen — und weshalb Schmerz, Scham und Abhängigkeit sowohl zu einer neuen Haltung als auch zu Bitterkeit, Kontrolle und verletzendem Verhalten gegenüber dem Umfeld führen können. Er verbindet Henleys Invictus mit der Frage, wie Würde, Verantwortung und Schutz dort zusammenkommen, wo niemand den Verlust schönreden muss, aber auch niemand zum Ziel fremder Wut werden darf.

https://odium-context.online/f/zwischen-bitterkeit-akzeptanz

„Mitgefühl mit dem Leiden wird selbstverständlich immer bestehen. Es ist einer der ersten Instinkte des Menschen.“

— Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus (1891)


Ein schöner Gedanke. Und, mit Verlaub, ein erstaunlich zuversichtlicher.

Denn wer sich lange genug in einer schweren seelischen Krise bewegt hat, weiß: Mitgefühl ist keineswegs selbstverständlich. Viele Menschen lernen früh, ihre Verzweiflung so gut zu verbergen, dass sie niemanden beunruhigt. Sie funktionieren, beantworten die üblichen Fragen mit den üblichen Sätzen und tragen dennoch etwas mit sich herum, das allein kaum noch zu tragen ist.

Gerade verletzliche Menschen erleben oft nicht zu wenig Gefühl, sondern zu wenig Raum dafür: zu wenig Geduld, zu wenig echtes Zuhören und zu viele vorschnelle Urteile, Ratschläge oder das betretene Schweigen jener, die mit fremdem Schmerz nichts anfangen können. So kann Einsamkeit entstehen, obwohl andere Menschen da sind. Und aus Einsamkeit kann eine Not werden, in der selbst der Gedanke an das Weiterleben schwer auszuhalten ist.

Deshalb möchte ich hier etwas Einfaches anbieten: Wenn dich etwas belastet, wenn du dich allein oder unverstanden fühlst oder wenn du Gedanken hast, die du nicht öffentlich aussprechen möchtest, kannst du mir schreiben. Unter : lady.moirer@odium-context.online  kannst du mir einen Leserbrief schicken oder mich direkt kontaktieren. Ich lese deine Worte ohne vorschnelles Urteil. Wenn es mir zeitlich möglich ist, antworte ich dir. 

Ich bin keine therapeutische oder medizinische Krisenstelle. Wenn du befürchtest, dir etwas anzutun, oder nicht sicher bist, ob du allein bleiben kannst, rufe bitte sofort 112 an. Die TelefonSeelsorge erreichst du anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 01 11, 0800 111 02 22 oder 116 123. Auch Chat- und Mailberatung sind verfügbar.

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