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Ein Anti-Weihnachtskalender mit Lady Moirer, Edgar und Poe

Wenn die Gesellschaft zur Adventszeit ihre Mitmenschlichkeit beschwört, wird Lady Moirer misstrauisch. Weihnachten kann sie ohnehin nicht ausstehen. Als überzeugte Atheistin hält sie Religion für wenig zeitgemäß – und die alljährliche Inszenierung von Nächstenliebe für einen guten Anlass, genauer hinzusehen.

Ihr Anti-Weihnachtskalender dient deshalb weder der christlichen Andacht noch der Pflege festlicher Stimmung. Gemeinsam mit Edgar und Poe grätscht sie dort dazwischen, wo Herzenswärme vorgeführt, Harmonie erzwungen und Menschlichkeit gefeiert wird, ohne dass sich am Umgang miteinander viel ändern müsste.

Am 29. November öffnet sich auf dieser Webseite die erste von 24 Türen des Adventskalenders des Unmuts. Dahinter warten zynische Weihnachtsgeschichten, satirische Begebenheiten und psychologisch-philosophische Betrachtungen. Im Vordergrund steht die Heuchelei einer Gesellschaft, die sich gerne mitfühlend zeigt – solange niemand mit seinen tatsächlichen Sorgen die festliche Stimmung stört.

Auch längst verstorbene Denker bleiben nicht ungestört: In Anspielung auf »Eine Weihnachtsgeschichte« besuchen die Hoheiten Persönlichkeiten wie Voltaire. Sie fragen, was deren Gedanken über Religion, Vernunft und Menschlichkeit im Lichterglanz der Gegenwart sichtbar machen – und wie viel das gesellschaftliche Selbstbild einer solchen Prüfung standhält.

Doch nicht hinter jeder Tür steckt eine Pointe. Einsamkeit, Trauer und persönliche Krisen richten sich nicht nach dem Festtagskalender. Deshalb gehören auch ernste Texte, psychologische Impulse und praktische Anregungen für Menschen dazu, denen diese Zeit besonders zusetzt. Es geht darum, eigene Grenzen zu wahren, familiäre Verstrickungen zu erkennen und mit Überforderung umzugehen – ohne dabei auch noch Weihnachtsfreude vorspielen zu müssen.

Der Spott gilt nicht den Menschen, die leiden. Er gilt den Floskeln, Erwartungen und gesellschaftlichen Zumutungen, die es ihnen zusätzlich schwer machen.

24 Türen gegen festliche Fassaden – und für den stillen Luxus, Weihnachten nicht mögen zu müssen.

Das menschliche Schachspiel – Wenn Verletzlichkeit zur Machtfrage wird


„Der Raum, den die Katze überschattet, die Augenblicke der Hoffnung, die sie der Maus läßt, aber unter genauester Bewachung, ohne daß sie ihr Interesse an ihr und ihrer Zerstörung verliert, das alles zusammen, Raum, Hoffnung, Bewachung und Zerstörungs-Interesse, könnte man als den eigentlichen Leib der Macht oder einfach als die Macht selbst bezeichnen.“


— Elias Canetti, Masse und Macht (1960)


Wo Annäherung zum strategischen Kalkül wird, stellt sich die Frage, was Menschen eigentlich verteidigen, wenn sie um Macht ringen.


Ein Artikel über das Spannungsverhältnis von Verletzlichkeit, Kontrolle und zwischenmenschlicher Macht.


In Arbeit.

Wo Gedanken reich und Bücher offen sind

Manch gutes Buch lockt uns mit klugen Fragen und dem Versprechen neuer Welten. Wir schlagen es auf, lesen ein paar Zeilen – und würden ihm gern weiter folgen. Doch dann spricht der Preis sein Machtwort, und wir legen es schweren Herzens aus der Hand.

Nicht jedes Buch jedoch verlangt nach Münzen. Es gibt Werke, deren digitale Seiten uns offenstehen, ohne dass wir dafür den ohnehin schmalen Beutel leeren müssen.

Solche Schätze möchte ich hier regelmäßig mit euch teilen: Bücher mit Geist, Eigensinn und einem wachen Blick auf unser menschliches Treiben. Ich werde euch erzählen, was mich an ihnen reizt, und euch den Weg zur frei zugänglichen Ausgabe weisen.

Tretet also näher, stöbert, lest. Vielleicht wartet zwischen diesen Seiten ein Gedanke, der euch fortan begleitet.

Hier findet ihr die ersten beiden Buchempfehlungen mit Links zur kostenlosen digitalen Ausgabe. Weitere Entdeckungen kommen nach und nach hinzu – schaut also gern wieder vorbei.

Yvonne Wübben: Verrückte Sprache
Über Literatur, psychiatrische Diagnosen und die Macht, Sprache als Zeichen von Krankheit zu deuten.
https://www.wallstein-verlag.de/9783835390232-verrueckte-sprache.html

Roman Widder: Pöbel, Poet und Publikum
Über arbeitende Armut, gesellschaftliche Ausgrenzung und ihre Darstellung in der Literatur der Frühen Neuzeit.
https://www.wallstein-verlag.de/9783835391161-poebel-poet-und-publikum.html

Downloadhinweis: Bei diesen beiden Büchern sucht ihr nicht nach „EPUB“, sondern nach dem etwas versteckten Link „zur Open-Access-Version“ unterhalb der Preis- und Lieferangaben: Die kostenlosen Ausgaben gibt es als PDF.

Denn die Liebe zur Literatur soll nicht mit dem Inhalt des Geldbeutels enden.

Die verpasste Chance

„Im Menschenleben gibt es eine Flut, die, recht genutzt, zum Glück führt; versäumt man sie, bleibt die ganze Lebensfahrt an Untiefen und Elend gebunden.“
— William Shakespeare, Julius Caesar, 4. Akt, 3. Szene; frei aus dem Englischen übersetzt.


Wie rasch der Mensch das Schicksal vor Gericht zitiert, wenn er die eigene Stunde hat verstreichen lassen. Da steht er vor der Tür, durch die er gestern hätte gehen können, und verlangt zu wissen, wer sie schloss. Dass sie ihm offenstand, führt er als Beweis des Unrechts an: Was einmal möglich war, so meint er, müsse möglich bleiben, bis er sich endlich zu entscheiden weiß.
Er hatte Gründe für sein Zögern. Wer hätte die nicht? Der Mut war noch nicht eingetroffen, die Umstände erschienen unpassend, und unter seinen Freunden fand sich keiner, der ihm mit hinreichender Überzeugung zu dem riet, was er sich selbst nicht zuzutrauen wagte. So hielt er seinen Wunsch in Ehren und bewahrte ihn sorgfältig vor der Tat.
Nun aber, da die Tür geschlossen ist, zeigt er eine Entschlossenheit, die man ihm gestern kaum zugetraut hätte. Für einen Schritt durch die offene Tür war sie zu schwach; für die Anklage gegen die halbe Welt ist sie stark genug. Ohne Zögern nennt er die Schuldigen; kein Zweifel trübt sein Urteil, sobald es andere trifft. Man hätte ihn ermutigen müssen, rufen, führen – und selbstverständlich erkennen, wann er geführt werden wollte und wann dies eine unerträgliche Einmischung gewesen wäre.
Niemand habe erkannt, was aus ihm hätte werden können. Niemand habe zur rechten Stunde das rechte Wort gesprochen. Wie genau er nun die Pflichten seiner Mitmenschen kennt. Jeder hätte handeln müssen, jeder trage Verantwortung. Nur für ihn selbst sei die Lage damals zu schwierig gewesen.
So wird die verpasste Chance zum Unrecht, das ihm widerfuhr. Die Tür, die gestern noch eine Entscheidung von ihm verlangte, schuldet ihm heute eine Erklärung.

Gedanken zum Wochenende

Auf den Bildern der Anatomie
hat das Herz seinen Platz.

Doch manchmal
schlägt es uns bis in die Fingerspitzen,
steigt in die Kehle,
liegt nachts wach
in einem Wort,
das jemand längst vergessen hat.

Wir sitzen mit einem Buch
am Fenster.
Ein Satz hält uns auf.
Die Hand ruht auf der Seite.

Draußen bewegt der Herbstwind die Zweige.
Schatten fallen auf den Rand des Papiers.

Wir lesen die Zeile noch einmal
und lassen das Buch
ein wenig länger offen.

Reflektierendes Schreiben bei Odium – Context

Mit „Fragen für Zweifelhelden“ beginnt bei Odium – Context eine wöchentliche Reihe zum Nachdenken und Schreiben. Jeden Donnerstag erscheint ein kostenloser Reflexionsbogen zu einem psychologischen Alltagsthema.


Im Mittelpunkt stehen Situationen, Gedanken und Verhaltensweisen aus dem Alltag der Leserinnen und Leser. Die Schreibaufgaben regen dazu an, eine konkrete Situation zu beschreiben, Gedanken und Gefühle genauer zu betrachten und daraus einen nächsten Schritt für den Alltag zu entwickeln.

Jede Ausgabe verbindet einen einführenden Text mit drei aufeinander aufbauenden Fragen, einem durchgehenden Beispiel und konkreten Schreibaufgaben. Sprachliche Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig. Die Bögen sind für die persönliche Bearbeitung gedacht – im eigenen Tempo und mit Raum für spätere Ergänzungen.

Die erste Ausgabe: „Was den Anfang schwer macht“

„Ich müsste längst …“ Mitunter genügt dieser Satz, und aus einer unerledigten Sache wird eine Anklage gegen die eigene Person. Die Frage, was den Anfang eigentlich schwer macht, geht dabei unter.

Der erste Reflexionsbogen beschäftigt sich deshalb mit dem Aufschieben: Was steht dem Anfang entgegen? Was nimmt das Vertagen für den Augenblick ab? Und was müsste sich ändern, damit ein erster Schritt möglich wird?

Die Reflexionsbögen stehen auf der Unterseite „Zweifelhelden“ zum Herunterladen bereit.

→ Zur ersten Ausgabe „Was den Anfang schwer macht“
https://odium-context.online/zweifelhelden

Es wird kalt ❗

𝐃𝐞𝐫 𝐌𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡 𝐤𝐚𝐧𝐧 𝐛𝐥𝐞𝐢𝐛𝐞𝐧. 𝐍𝐮𝐫 𝐬𝐞𝐢𝐧 𝐄𝐥𝐞𝐧𝐝 𝐬𝐨𝐥𝐥 𝐰𝐨𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫𝐬 𝐡𝐢𝐧.


Vor dem Restaurant stört er den Appetit. Vor dem Theater die Kultur. Im Stadtbild die Vorstellung, wir lebten in einer anständigen Gesellschaft.


Da sitzt ein Mensch. Das ist offenbar schon die erste Unverschämtheit.

Vor einem Restaurant, wo andere gleich entscheiden werden, ob sie noch eine Vorspeise nehmen. Vor einem Theater, wo menschliche Tragödien durchaus willkommen sind – sofern sie auf der Bühne bleiben. Oder in einer Einkaufsstraße, wo um Geld gebeten werden darf, solange ein Schaufenster dazwischensteht.


Aber dieser Mensch hat nichts zu verkaufen. Er bittet.

Und damit verdirbt er manchen den Anblick und den Appetit.


Nicht jeder muss stehen bleiben. Nicht jeder kann Geld geben. Nicht jeder hat die Kraft, sich mit jeder Notlage auseinanderzusetzen. Aber einen Menschen deshalb zum Schandfleck zu erklären, ist keine persönliche Grenze. Es ist Verachtung.


Wer vor allem fragt, warum jemand ausgerechnet hier sitzen muss, könnte sich einen Augenblick damit beschäftigen, wo dieser Mensch denn sonst hin soll. Nicht als rhetorische Übung. Sondern ganz praktisch: heute Abend, heute Nacht, morgen früh.


„Der muss da weg“ ist schließlich noch kein Hilfsangebot.


Und nein: Niemand muss allein die Wohnungslosigkeit in Dortmund beenden. Aber wer Zeit findet, sich über einen bettelnden Menschen zu beschweren, könnte wenigstens prüfen, ob sich mit derselben Energie etwas Nützlicheres anfangen lässt.


Deshalb folgen hier keine weiteren Appelle an ein vages Mitgefühl, sondern konkrete Anlaufstellen und Möglichkeiten, Hilfe zu unterstützen.


Und hier geht's zu meinem Artikel : 

https://odium-context.online/f/ein-zerfall-beginnt-nicht-nach-dem-verlust-des-wohnungsschl%C3%BCssels


Hilfsangebote in Dortmund und Möglichkeiten zur Unterstützung


Gast-Haus statt Bank

Das Gast-Haus bietet einen Tagestreff, Frühstück, ein Suppenangebot, Duschen, Hygieneartikel, medizinische Versorgung sowie Sozial- und Rechtsberatung. Unterstützen lässt sich die Arbeit durch Geldspenden, benötigte Sachspenden und ehrenamtliche Mitarbeit. Zu den auf der Website genannten Sachspenden gehören unter anderem Kaffee, Tee, Lebensmittel, robuste Männerbekleidung, Handtücher, Hygieneartikel und – besonders in den Wintermonaten – Schlafsäcke.


Kontakt:

Adresse: Rheinische Straße 22, 44137 Dortmund

Telefon: 0231 140936

E-Mail: info@gast-haus.org


Spendenkonto:

Empfänger: Gast-Haus e. V.

IBAN: DE90 4405 0199 0021 0292 70

BIC: DORTDE33XXX


Website mit Angeboten und Unterstützungsmöglichkeiten:

https://www.gast-haus.org/


bodo e. V.

bodo unterstützt obdachlose Menschen in Dortmund und Bochum durch Streetwork, heiße Getränke und Schlafsäcke sowie durch Anlaufstellen mit kostenlosem Frühstück, Kleidung und Beratung. Geldspenden helfen, diese Angebote zu ermöglichen.


Auch gut erhaltene Bücher können gespendet werden. Ihr Verkauf in den gemeinnützigen Buchläden trägt dazu bei, Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen zu schaffen und zu erhalten. In Dortmund werden Buchspenden während der Öffnungszeiten im Buchladen am Schwanenwall angenommen. Bei größeren Mengen bittet bodo um eine vorherige telefonische Ankündigung.


Kontakt und Buchladen:

Adresse: Schwanenwall 36–38, 44135 Dortmund

Telefon: 0231 9509780

E-Mail: info@bodoev.de

Öffnungszeiten des Dortmunder Buchladens: Montag bis Freitag, 10–18 Uhr; Samstag, 10–14 Uhr.


Beratungsstelle und Tagesaufenthalt:

Adresse: Schwanenstraße 38, 44135 Dortmund

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10–16 Uhr.


Spendenkonto:

Empfänger: bodo e. V.

Bank: SozialBank

IBAN: DE44 3702 0500 0007 2239 00

BIC: BFSWDE33XXX


Offizielle Spendenseite:

https://bodoev.de/spenden/


Informationen zu Buchspenden:

https://bodoev.de/buch/


Weitere Anlaufstellen: Hilfe finden in Dortmund


Die Stadt Dortmund bietet eine Übersicht über Notunterkünfte, Beratungsstellen, Hygieneangebote und medizinische Hilfen. Dort ist auch das „Pocket-Book“ mit Anlaufstellen für wohnungslose Menschen verfügbar. Die Informationen richten sich sowohl an Menschen, die selbst Unterstützung brauchen, als auch an diejenigen, die passende Hilfen vermitteln möchten.


Übersicht der Wohnungslosenhilfe und Pocket-Book der Stadt Dortmund:

https://www.dortmund.de/themen/soziales/wohnungslosenhilfe/


Recherchestand: 28. Oktober 2026. Bitte vor einer Anfahrt, Sachspende oder Überweisung die aktuellen Angaben und Bedarfshinweise auf den offiziellen Websites prüfen. Spenden gehen direkt an die jeweiligen Einrichtungen; über diese Seite werden keine Spenden entgegengenommen.

Eine Hommage an den Brief

Wie still es geworden ist im Briefkasten, obwohl noch immer Post kommt. Rechnungen und Bescheide finden uns zuverlässig. Nur die vertraute Handschrift fehlt — und mit ihr jene kleine Aufregung, von einem Menschen erwartet, bedacht und angesprochen zu sein.
Man schrieb einander, um eine Freundschaft über die Entfernung hinweg zu bewahren. Um eine Liebe zu gestehen, für die im Gespräch der Mut fehlte. Um einem Trauernden beizustehen. Oder um die kleinen Begebenheiten eines Tages zu teilen, damit der andere am eigenen Leben teilhaben durfte.
Ein Brief schenkte diesen Worten einen Ort, an den man zurückkehren konnte. In der Schrift blieb etwas vom anderen gegenwärtig; im sorgfältig gefalteten Papier lag auch die Zeit, die er sich genommen hatte. Vielleicht wäre es gerade heute schön, einander wieder solche Nähe zu schenken: nicht nur erreichbar zu sein, sondern sich einem Menschen in Ruhe zuzuwenden.
Diese Hommage schreibt dem Brief, als wäre er ein verlorener Geliebter. Sie trauert um eine leise gewordene Verbindung — und hält die Hoffnung wach, dass noch einmal jemand Papier hervorholt.
Zur Hommage → https://odium-context.online/f/eine-hommage-an-den-brief

Der Stalker, der keine Stimme fand

Nicht jede Geschichte von Stalking beginnt mit böser Absicht. Manchmal stehen Angst, Scham und die Furcht vor Zurückweisung am Anfang. Das macht Grenzüberschreitungen weder harmlos noch romantisch. „Der Stalker, der keine Stimme fand“ richtet den Blick auf Männer, die diese Scham in sich tragen, sich nach Nähe sehnen — und dabei die Bedürfnisse des Gegenübers aus dem Blick verlieren. 


Hier geht´s zum Gedicht -> https://odium-context.online/f/der-stalker-der-keine-stimme-fand

Neu: Das Protest-Beanie ⚡🎸

Viel auf dem Herzen. Nicht immer die Worte dafür.

Wut ist laut. Was dahinter wehtut, bleibt oft ungehört.
Das Protest-Beanie steht für Menschen, deren Schmerz als Vorwurf, Angriff oder ständiger Protest nach außen dringt. Die mit der Welt im Streit liegen und kaum Worte dafür finden, was sie selbst verletzt hat. Ihr Umfeld bekommt die Wut ab, wehrt sich oder zieht sich zurück. Zurück bleiben verhärtete Fronten.
Hier soll nicht die nächste Abrechnung stattfinden. Hier soll das zur Sprache kommen, was im Streit keinen Platz findet. Ohne jemanden vorzuführen. Ohne Verletzungen gegeneinander aufzurechnen. Und ohne so zu tun, als wäre mit „Reiß dich zusammen“ irgendetwas gelöst.
Es geht darum, diesen Menschen eine Stimme zu geben, die nicht erst gehört wird, wenn sie schreien.


Mehr über das Protest-Beanie →https://odium-context.online/das-protest-beanie









Coming Soon...

Die eigene Existenz beginnt ohne Zustimmung; die Verpflichtungen folgen dennoch zuverlässig. Familie, Gesellschaft und Religion wissen meist schon, wozu wir da sind, bevor wir selbst die Frage stellen können. Selbstbestimmung ist selbstverständlich vorgesehen – sofern sie den Erwartungen entspricht.
Über diese eigentümliche Vertragsordnung schreibe ich in meinem Artikel „Ungefragt ins Leben – wem gehört unsere Existenz?“. Der Text ist derzeit in Arbeit.

Gedanken, die einen Empfänger brauchen

„Mitgefühl mit dem Leiden wird selbstverständlich immer bestehen. Es ist einer der ersten Instinkte des Menschen.“

— Oscar Wilde, Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus (1891)


Ein schöner Gedanke. Und, mit Verlaub, ein erstaunlich zuversichtlicher.

Denn wer sich lange genug in einer schweren seelischen Krise bewegt hat, weiß: Mitgefühl ist keineswegs selbstverständlich. Viele Menschen lernen früh, ihre Verzweiflung so gut zu verbergen, dass sie niemanden beunruhigt. Sie funktionieren, beantworten die üblichen Fragen mit den üblichen Sätzen und tragen dennoch etwas mit sich herum, das allein kaum noch zu tragen ist.

Gerade verletzliche Menschen erleben oft nicht zu wenig Gefühl, sondern zu wenig Raum dafür: zu wenig Geduld, zu wenig echtes Zuhören und zu viele vorschnelle Urteile, Ratschläge oder das betretene Schweigen jener, die mit fremdem Schmerz nichts anfangen können. So kann Einsamkeit entstehen, obwohl andere Menschen da sind. Und aus Einsamkeit kann eine Not werden, in der selbst der Gedanke an das Weiterleben schwer auszuhalten ist.

Deshalb möchte ich hier etwas Einfaches anbieten: Schreib mir unter im.dialog@odium-context.online, was deine Seele bedrückt. Ich lese deine Nachricht aufmerksam und nehme dich ernst. Hier wirst du nicht stigmatisiert und auch nicht bewertet.


Ich bin keine therapeutische oder medizinische Krisenstelle. Wenn du befürchtest, dir etwas anzutun, oder nicht sicher bist, ob du allein bleiben kannst, rufe bitte sofort 112 an. Die TelefonSeelsorge erreichst du anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0800 111 01 11, 0800 111 02 22 oder 116 123. Auch Chat- und Mailberatung sind verfügbar.

Register der distinguierten Unruhestifter

Neue Notizen aus dem Hause Odium-Context.Unregelmäßig,Unaufgeregt.Direkt per E-Mail

Notizen zur Unruhe

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